Chemielehrer

dreichemikerDie Chemie ist der letzte naturwissenschaftliche Gegenstand, der im Fächerkanon an den Schulen eingeführt wurde.  In den Obergymnasien wird Chemie als eigenes Fach 1849 unterrichtet, im Realgymnasium seit 1908 – gerade richtig zur Eröffnung unserer k.k. Staatsrealschule

Sucht man sich die Chemielehrer(innen) (Ch = Hauptfach Chemie) aus den Jahresberichten, so  ist das eine sehr kleine Schar von Professoren, die hier den Studenten chemisches Wissen beibringen sollte - der Grund liegt einerseits in der Stundendotierung des Faches selbst, welches derzeit ca. 5% der Gesamtstundenzahl in der AHS-Langform beträgt, andererseits in der Tatsache, dass auch"Nebenfachchemiker" den Unterricht leiteten, was sich allerdings nach 1998 änderte.

(Das Foto der drei Hauptfachchemiker stammt aus dem Jubiläumsjahr 2009/10 - v.l.n.r.: Kirchsteiger, Pocivalnik, Lackner)

 

FLOH Adolf
Prof. Ch/M/GZ, SSchr 1913/14 bis 1921/22
KLINGLER Albert
Dr. Prof. Ch/m/ph/Tu 1922/23 bis 1944
BUXBAUM Franz Dr. Prof. Ng/Ha/Ch 1930/31 bis 1934/35
ANDERLE Theodor
OStR Dipl.Chem. Mag. Dr. CH/ph/m 1945/46 - 12. 1976
KNALL Friedrich
Mag. Ch/ph 10.1976 - 1979/80
GÜNZL Ilse
Mag. Ch/ph 1980/81
POCIVALNIK Dietmar
Mag. Dr.
Ch/ph/nwl
seit 1981
LACKNER (geb. Weber) Gabriele
Mag. D/Ch/nwl
seit 1998/99
KIRCHSTEIGER Barbara
Mag. E/Ch/nwl
seit 2004/05

 

Details am Rande - eine Rückschau.

Die Stundentafel varriiert in den letzten 100 Jahrensehr: von 4 bis max. 10 Stunden. Nur in den 50er Jahren war die Chemie durchgängig zweistündig von der 4. bis zur 8. Klasse, dazu kamen noch chem. Übungen. 1908 weist man in den Lehrzielen schon auf das Experiment als wesentlichen Faktor des Chemieunterrichts hin und schreibt, „daß in der Chemie besonders darauf zu achten sei, daß der Schüler nicht mit Lehrstoff überhäuft wird und unnützliche Einzelheiten zu vermeiden seien“. Im Lehrplan 1925 kann man unter den Bemerkungen zum Unterricht lesen, „daß es im Chemieunterricht wohl zu den Selbstverständlichkeiten zählt, daß sich der Unterricht soweit als möglich auf den Versuch stützt und daß auch die Schüler zu diesen Versuchen herangezogen werden“. Und ich bin mir sicher, dass sehr viele Kollegen dies bereits von Anbeginn an praktizierten – zumindest in den chem. Übungen.

Die chemischen Übungen in der Oberstufe gab es bei uns bereits seit 1919. Später kamen dann auch Kurse in der Unterstufe dazu. Im Jahresbericht  1949/50 ist zu lesen:  „Während die Unterkurse (4. und 5. Klasse) unter der sehr wertvollen Mithilfe der Schülerin Beigl (7. Klasse) vorwiegend präparativ und analytisch arbeiteten  (die Frequenz betrug im Wintersester 210, im Sommersemester 350),  erledigte der Oberkurs (7. und 8. Klasse) bei einer Beteiligung von 174 bzw. 154 die mannigfachsten Aufgaben im Rahmen größerer Themen, stets verbunden mit der Abhaltung von Referaten. Im Zuge der Arbeitsgemeinschaft „Zuckerrübenuntersuchung“ wurde mit dem Wild’schen Polaristrobometer der Zuckergehalt polarimetrisch bestimmt“.  Ca. 60% der Schüler der Jahrgänge nahmen an diesen Übungen teil. In den 60er Jahren war der Anteil der Schüler beinahe 100%!

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 Unterkurs  1949/50  Oberkurs

 

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 Laborunterricht 1957: Oberkurs mit Prof. Anderle

 

Mit dem SJ 1976/77 wurden die chemischen Übungen eingestellt. In den Vorbereitungskursen zur Chemieolympiade und später dann im Labor der Unterstufe bzw. in den Wahlpflichtfächern, Kursen . . . . . war/ist ein verstärkter Laborunterricht gewährleistet.