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Forensik 2012

Kurs Forensik - auf den Spuren der Gerichtsmedizin
offenes Labor Graz

5thwave-1Im SJ 2004/05 fand erstmals ein Kurs zum Thema "Forensik" im Chemiesaal statt - und zwar unter der Anleitung von Prof. Nestelberger. Es kam dann in den folgenden Jahren zu mehrmaliger Wiederholung der Kurse, über die Kurse  2006 und 2007 (CSI Gentechnilabor) gibt es hier auch interessante Berichte mit ausfü+hrlichen Links zum Thema.

Seit Beginn des Kurssystems an unserer Schule 2009 hat sich der Forensik-Kurs als absoluter Renner herausgestellt. Der Andrang war jedesmal so groß, dass immer 2 Kurse (Kursleiter dieses SJ: Mag. Gabriele Lackner und Dr. Dietmar Pocivalnik) stattfanden - so auch kommendes Schuljahr. 

Der Begriff "Naturwissenschaftliche Kriminalistik"(im angelsächsischen "forensic science") repräsentiert innerhalb der Kriminalwissenschaften den Bereich, der mit naturwissenschaftlich/technischen Erkenntnissen und Methoden Verbrechensbekämpfung (Vorbeugung und Verfolgung) betreibt.

Die Anwendung der Verfahren umfasst2012-fo-02-zus

  • die Suche,
  • die Sicherung,
  • die Untersuchung und
  • die Auswertung sachlicher Beweise und Spuren.

Diese Untersuchungsmethoden sind sehr vielfältig. Sie können von

  • physikalischer,
  • chemischer oder
  • biologischer Natur sein.

Der Kurs hat es sich zum Ziel gemacht, kurze Einblicke, in vorwiegend praktischer 2012-fo-03-zusDurchführung, in folgende Bereiche zu geben: Daktyloskopie (Fingerabdrücke), Fotometrie und Chromatographie (Spurenanalytik, Dokumentfälscher), Drogenanalytik/Toxikologie, Faser-und Haaranalysen, Nachweis von Blutspuren/Spritzmuster und DNA-Isolierung, um nur einige zu nennen.

Der Bereich "DNA-Fingerprinting" wird derzeit ausgelagert und im "Offenen Labor Graz" an einem Beispiel durchgeführt. In unserem Fall war es stets das Projekt "Springende Gene - ALU verrät dich". Nur etwa 5% der DNA sind codiert, haben also die Funktion als Bauplan. Die restlichen 95% wurden früher als „Müll DNA“ (engl. Junk-DNA) bezeichnet. Wir befinden uns also im Bereich der Junk-DNA, genauer bei ALU-Sequenzen, einer Familie der repetitiven DNA-Sequenzen , die etwa 300 bp lang sind und etwa 10% des menschlichen Genoms ausmachen. Bestimmt wurde bei uns nur ein Abschnitt, was für ein DNA-Fingerprinting vor Gericht nicht anerkannt würde. Erst bei 18 verschiedenen Bereichen schrumpft die Wahrscheinlichkeit, einen Menschen mit demselben DNA-Abschnitt zu finden, auf 1: 18.000.000.000.

Die folgenden Fotos und die Ausschnitte aus Berichten geben einen kurzen Einblick über diesen Lehrausgang.

Patricia Berkowitsch (7A):
Am 22.3.2012 haben wir mit Frau Prof. Lackner einen Ausflug ins Offene Labor an der Karl-Franzens-Uni in Graz gemacht. In dem Labor, das sich in der molekularbiologischen Abteilung der Uni befindet, kann man unter fachkundiger Anweisung selbst Experimente durchführen.

Wir haben unsere eigene DNA isoliert und sie auf eine gewisse Sequenz, die ALU-Sequenz getestet.

Zuerst haben wir durch 30 sekundenlanges Spülen mit Kochsalzlösung ein paar unserer eigenen Mundschleimhautzellen gewonnen. Danach wurden die Zellen durch Zentrifugieren geerntet, der Überstand verworfen und durch Hinzufügen von Chelex aufbereitet. Durch Inkubieren und erneutes Zentrifugieren wurden die Zelltrümmer von freier DNA getrennt. Der Überstand wurde mit dem PCR-Mastermix vermengt, um die Erbsubstanz zu vervielfältigen. Zum Schluss wird die DNA auf dem Agarose-Gel sichtbar gemacht.2012-fo-04-zus200

Je nachdem wie die Struktur letztendlich auf dem Gel aussieht, erkennt man ob man das Gen von beiden Elternteilen,von einem (was bei mir der Fall ist) oder von keinem vererbt bekommen hat.“

Katharina Amtmann (7. A):" . . . . besuchten wir das Institut für Molekulare Biowissenschaften in Graz, um einen Einblick in den Alltag von Chemikern und Mikrobiologen zu gewinnen.

Das "Offene Labor" bietet Schülern die Möglichkeit, ein gut ausgestattetes Labor kennenzulernen und selbst kleine wissenschaftliche Experimente durchzuführen.

Unsere Aufgabe war es, unsere eigene DNA sichtbar zu machen und auf unsere ALU-Sequenzen zu untersuchen. Mit lustigen Erklärungen versuchten uns die beiden Studenten, die Welt der Gene näher zu bringen und stellten so manche Verbindungen zwischen unserem Organismus und einer Schokoladenfabrik her.

Das Highlight unserer Exkursion war wahrscheinlich für die meisten der praktische Teil des Offenen Labors.

Zuerst durften wir eine Kochsalzlösung gurgeln, um Mundschleimhautzellen zu gewinnen und viele mussten aufpassen, dass sie nicht schon zu Beginn ihren Versuch durch einen Lachkrampf sabotierten. Anschließend wurden uns die 3 wichtigsten Pipetten erklärt und jeder durfte sich einen dieser begehrten weißen Mäntel anziehen, in welchem man sich wie ein wahrhaftiger Chemiker fühlt. Zur "Zellernte" wurde unser Speichel zentrifugiert und danach fügten wir noch Chelex hinzu. Durch Zwischenfragen wurde der praktische Teil immer wieder aufgelockert und die Wartezeiten verkürzt. Nach dem Zellaufschluss wurden die Zelltrümmer von der freien DNA durch Inkubieren und Zentrifugieren getrennt. PCR erledigte den Rest und so konnten wir schlussendlich unsere DNA auf Agarose-Gel sichtbar machen.

Besonders gut gefallen hat mir auch der Rundgang durch die Labor- und Aufbewahrungsräume. Dadurch konnte man einen weiteren interessanten Blick hinter die Kulissen werfen. 

Um den forensischen Ausflug ausklingen zu lassen, besuchten wir das Kriminalmuseum, wo uns die Sammlung von Hans Grass sowohl fasziniert als auch schockiert hat. . . . . "